Dachhaken für PV-Anlagen: Edelstahl oder Aluminium – was ist besser?

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Natalie Haedrich

Expertin für PV-Anlagen Unterkonstruktionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Edelstahl-Dachhaken sind fester, langlebiger und besser geeignet für Schneelastzonen, Küstengebiete und gewerbliche Anlagen – aber teurer und schwerer.
  • Aluminium-Dachhaken sind leichter, kostengünstiger und für Standardanlagen unter normalen Bedingungen vollkommen ausreichend.
  • Für die meisten Einfamilienhäuser in Deutschland sind Aluminium-Dachhaken die richtige Wahl – in alpinen Lagen oder bei erhöhten Lastanforderungen sollte Edelstahl eingesetzt werden.
  • Unabhängig vom Material gilt: Immer mit Edelstahlschrauben (A2 oder A4) befestigen – keine gelb chromatierten Schrauben verwenden.
  • Verstellbare Dachhaken (2- oder 3-fach) erleichtern die Montage erheblich und ermöglichen eine präzise Ausrichtung auf unebenen Dachflächen.
  • Kaufen Sie nur Dachhaken mit exakter Werkstoffangabe und verfügbarem statischen Nachweis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dachhaken und wofür wird er gebraucht?

Der Dachhaken ist das mechanische Bindeglied zwischen der Dachsparren-Konstruktion und dem Schienensystem einer Photovoltaikanlage. Er wird unter den Dachziegel geschoben, an den Sparren geschraubt und ragt nach außen, wo die Montageschiene befestigt wird. Von dort werden die Solarmodule über Klemmen gehalten.

Dachhaken müssen das Gesamtgewicht der Anlage tragen, Wind- und Schneelasten aufnehmen und das über eine Lebensdauer von 25 Jahren oder mehr – bei Wind, Regen, Frost, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen von bis zu 80 Grad Celsius zwischen Sommer und Winter. Die Materialwahl ist deshalb keine reine Kostenfrage, sondern eine Frage der Sicherheit und Langlebigkeit. 

Dachhaken aus Edelstahl – Stärken und Schwächen

Edelstahl ist das klassische Material für Dachhaken in anspruchsvollen Anwendungen. Die gebräuchlichsten Werkstoffnummern sind 1.4301 (V2A/A2) für Standardanwendungen und 1.4016 für etwas kostengünstigere Varianten. Für Küstengebiete oder industrielle Umgebungen mit erhöhtem Chlorid-Anteil in der Luft wird 1.4401 (V4A/A4) empfohlen.

Vorteile von Edelstahl-Dachhaken

Edelstahl bietet eine deutlich höhere Festigkeit als Aluminium. Das bedeutet: Edelstahlhaken können bei gleicher Bauteilgröße höhere Lasten aufnehmen – relevant vor allem in Schneelastzonen und bei exponierten Lagen mit hohen Windlasten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Bruchverhalten: Während ein Aluminiumhaken bei Überlastung relativ abrupt versagt, kündigt Edelstahl ein Versagen durch plastische Verformung an – er „gibt nach“, bevor er bricht. Das ist aus sicherheitstechnischer Sicht ein erheblicher Vorteil.

Hinzu kommt die Korrosionsbeständigkeit: Hochwertiger Edelstahl (1.4301 oder 1.4401) ist auch bei dauerhafter Feuchtigkeit, salziger Meeresluft oder industriellen Abgasen langzeitstabil.

Nachteile von Edelstahl-Dachhaken

Der Preis liegt spürbar höher als bei Aluminium. Außerdem ist Edelstahl schwerer, was bei großen Anlagen mit vielen Befestigungspunkten die Transportlogistik und die Montagearbeit aufwändiger macht. Günstigere Varianten aus dem Werkstoff 1.4016 (ferritischer Stahl) sind zwar korrosionsbeständig, aber weniger beständig als austenitischer Stahl (1.4301) – hier sollte man auf die Werkstoffangabe des Herstellers achten.

Dachhaken aus Aluminium – Stärken und Schwächen

Aluminium-Dachhaken haben sich in den letzten Jahren zum Standard für Standardanlagen in Deutschland entwickelt. Hersteller wie K2 Systems, Würth und Schletter setzen stark auf Aluminium – und das aus gutem Grund.

Vorteile von Aluminium-Dachhaken

Aluminium ist deutlich leichter als Edelstahl – bei vergleichbarer Funktionalität liegt das Gewicht eines Aluminiumhakens bei einem Drittel bis der Hälfte des Edelstahlgewichts. Das macht die Montage schneller und die Handhabung auf dem Dach einfacher. Aluminium bildet von Natur aus eine schützende Oxidschicht, die es korrosionsbeständig macht – ohne weitere Beschichtung. Außerdem reagiert Aluminium galvanisch neutral mit den ebenfalls aus Aluminium gefertigten Montageschienen, was Kontaktkorrosion verhindert.

Preislich liegt Aluminium klar im Vorteil: Für Standardanlagen unter normalen Bedingungen lässt sich mit Aluminium-Dachhaken gutes Geld sparen, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.

Nachteile von Aluminium-Dachhaken

Aluminium hat eine geringere Festigkeit als Edelstahl. Für hochbelastete Situationen – zum Beispiel in alpinen Lagen mit Schneelastzone 3 oder bei sehr exponierten Dächern – werden Aluminiumhaken entsprechend größer dimensioniert oder durch Edelstahlhaken ersetzt. Das Bruchverhalten ist weniger „gutmütig“ als bei Edelstahl: Bei Überlastung kann ein Aluminiumhaken ohne deutliche Vorwarnung versagen. Deshalb ist eine korrekte statische Auslegung bei Aluminium besonders wichtig.

Edelstahl oder Aluminium – die Entscheidungshilfe

Weder Edelstahl noch Aluminium ist grundsätzlich „besser“ – die richtige Wahl hängt von den konkreten Bedingungen ab.

Edelstahl-Dachhaken empfehlen sich wenn:

  • Die Anlage in einer Schneelastzone liegt (Zone 2 oder höher)
  • Der Standort in Küstennähe oder einer industriellen Region mit korrosiver Luft ist
  • Die Dachkonstruktion hohe statische Anforderungen stellt
  • Eine besonders lange Lebensdauer ohne jede Wartung gefordert wird
  • Es sich um ein gewerbliches Objekt oder eine Anlage mit erhöhter Haftungsrelevanz handelt

Aluminium-Dachhaken sind die richtige Wahl wenn:

  • Die Anlage in einer normalen Windlast- und Schneelastzone liegt
  • Schnelle Montage und leichtes Material gewünscht sind
  • Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund steht
  • Die Schienen ebenfalls aus Aluminium sind (galvanische Kompatibilität)
  • Es sich um eine Standardanlage auf einem Einfamilienhaus handelt

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Unabhängig vom Material gilt: Kaufen Sie Dachhaken ausschließlich von Herstellern, die genaue Werkstoffangaben machen und für deren Produkte statische Nachweise verfügbar sind. Ein Dachhaken ohne Materialdeklaration ist ein Sicherheitsrisiko.

Achten Sie außerdem auf die Schrauben: Dachhaken sollten immer mit passenden Edelstahlschrauben (A2 oder A4) befestigt werden – gelb chromatierte oder verzinkte Schrauben sind für die Langzeitanwendung im Außenbereich nicht geeignet und können die Gesamtlebensdauer der Befestigung erheblich verkürzen.

Ein weiterer Punkt ist die Verstellbarkeit: Verstellbare Dachhaken (2-fach oder 3-fach) ermöglichen eine präzise Ausrichtung auf unebenen Dachflächen ohne aufwändige Passscheiben. Das spart Montagezeit und erhöht die Genauigkeit der Unterkonstruktion.

Unser Sortiment bei JuRa Alutec

Bei JuRa Alutec führen wir Dachhaken in beiden Ausführungen – aus Edelstahl und aus Aluminium, für alle gängigen Ziegeltypen. Dazu gehören:

  • Edelstahl-Dachhaken 3-fach verstellbar – für hohe Anforderungen und alpine Lagen
  • Biberschwanz-Dachhaken aus Edelstahl – für die klassische Biberschwanz-Eindeckung
  • Dachhaken Jura Multi3 – unser bewährter Universaldachhaken für die gängigen Dachpfannen
  • Dachhaken Tegalit – speziell für Betondachsteine

Alle unsere Dachhaken werden mit technischen Zeichnungen und Maßblättern geliefert. Bei Fragen zur richtigen Auswahl für Ihr Projekt stehen wir gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

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Befreiung von der Mehrwertsteuer:

  • Privatkunde mit Anschrift in Deutschland
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