Freifläche

Freiflächen-Montagesysteme – individuell & skalierbar

Diese Kategorie umfasst Lösungen für jede Art von Freiflächen-PV-Anlage – vom kleinen Gartenprojekt über Agri-PV bis zur Großanlage im Megawatt-Bereich. Vor der Angebotsabgabe ist eine individuelle Projektbetrachtung unerlässlich – sprechen Sie uns gerne an, wir finden die passende Lösung für Ihr Vorhaben.

Beispielsweise führen wir Aluminiumrohre 3.000 mm, Blitzschutzklemmen, KLIX-Endklemmen 30 mm, Mittelklemmen 26 mm, Hammerkopfschrauben, Kabelclips und Potentialausgleichklemmen. Alle Bauteile sind verfügbar mit 0 % MwSt. bei Anwendbarkeit gemäß § 12 Abs. 3 UStG.

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PV-Freiflächenanlagen: Ratgeber für bodengebundene Solarparks

Freiflächenanlagen erschließen neue Dimensionen der Solarenergie. Während Dachanlagen durch die verfügbare Fläche begrenzt sind, bieten Freiflächen-Installationen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für große Solarkraftwerke. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was bei der Planung und Montage von PV-Anlagen auf Freiflächen zu beachten ist und welche Vorteile diese Installationsart bietet.

Was sind Freiflächenanlagen?

Als Freiflächenanlagen bezeichnet man Photovoltaik-Installationen, die nicht auf Gebäuden, sondern direkt auf dem Boden errichtet werden. Diese können auf Wiesen, Brachflächen, ehemaligen Industriegeländen oder entlang von Autobahnen und Bahnstrecken installiert werden. Die Anlagengrößen reichen von kleineren Projekten mit 100 kWp bis zu Solarparks mit mehreren Megawatt Leistung.

Im Gegensatz zu Flachdach-Montagen, die durch die Dachfläche begrenzt sind, bieten Freiflächen deutlich mehr Gestaltungsspielraum für die optimale Ausrichtung und Dimensionierung der Anlage.

Vorteile von Freiflächenanlagen

Bodengebundene PV-Anlagen bieten gegenüber Dachinstallationen mehrere entscheidende Vorteile:

  • Optimale Ausrichtung: Module können frei nach Süden ausgerichtet und im idealen Neigungswinkel (25-35°) installiert werden
  • Skalierbarkeit: Von kleinen Anlagen bis zu Solarparks mit mehreren Hektar Fläche ist alles möglich
  • Einfachere Montage: Keine Arbeit in der Höhe, bessere Zugänglichkeit, schnellere Installation
  • Günstigere Kosten: Einfachere Konstruktion und Montage senken die Kosten pro kWp
  • Bessere Wartung: Leichter Zugang für Reinigung, Inspektion und Reparaturen
  • Keine statischen Einschränkungen: Unabhängig von der Tragfähigkeit vorhandener Gebäude
  • Höhere Erträge: Optimale Hinterlüftung verhindert Hitzestau und steigert die Modulleistung

Fundamentsysteme für Freiflächen

Die Verankerung im Boden ist das Fundament jeder Freiflächenanlage. Verschiedene Systeme stehen zur Auswahl, je nach Bodenbeschaffenheit und Projektanforderungen.

Rammfundamente: Schnell und wirtschaftlich

Rammfundamente aus verzinktem Stahl werden direkt in den Boden gerammt. Diese Methode ist besonders wirtschaftlich und schnell:

  • Installation in wenigen Minuten pro Fundament
  • Keine Betonarbeiten erforderlich
  • Geeignet für die meisten Bodenarten (außer Fels)
  • Rückbaubar – Fläche kann später anderweitig genutzt werden
  • Minimale Bodenversiegelung

Die Rammtiefe beträgt typischerweise 1,2-1,8 Meter, abhängig von der Bodenbeschaffenheit und den zu erwartenden Wind- und Schneelasten.

Schraubfundamente: Ideal für schwierige Böden

Schraubfundamente werden wie große Schrauben in den Boden gedreht und eignen sich besonders für:

  • Steinige oder sehr feste Böden
  • Böden mit hohem Grundwasserspiegel
  • Hanglagen mit Erosionsgefahr
  • Projekte mit hohen Rückbauanforderungen

Der Vorteil: Schraubfundamente können wieder herausgedreht werden, ohne nennenswerte Spuren zu hinterlassen.

Betonfundamente: Maximale Stabilität

Bei sehr großen Anlagen, extremen Windlasten oder felsigem Untergrund kommen Betonfundamente zum Einsatz. Diese bieten höchste Stabilität, sind aber aufwendiger in der Installation und dauerhaft im Boden verankert.

Konstruktionsarten und Aufständerung

Festaufständerung nach Süden

Die klassische Lösung: Module werden in einem festen Neigungswinkel von 25-35° nach Süden ausgerichtet. Dies bietet:

  • Maximalen Jahresertrag pro Modul
  • Einfache, robuste Konstruktion
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Bewährte Technologie mit langer Lebensdauer

Der Reihenabstand muss so gewählt werden, dass Verschattungen minimiert werden. Als Faustregel gilt: Der Abstand sollte das 2,5- bis 3-fache der Modulhöhe betragen.

Ost-West-Aufständerung

Ähnlich wie bei Flachdach-Anlagen können Module auch in Ost-West-Ausrichtung mit flacherer Neigung (10-15°) installiert werden:

  • Höhere Flächenausnutzung (mehr Module pro Hektar)
  • Gleichmäßigere Tagesproduktion
  • Geringere Windlasten durch flachere Aufstellung
  • Bessere Eignung für begrenzte Flächen

Nachgeführte Systeme (Tracker)

Tracker folgen dem Sonnenstand und erhöhen den Ertrag um bis zu 25%. Man unterscheidet:

  • Einachsige Tracker: Horizontale Nachführung von Ost nach West
  • Zweiachsige Tracker: Zusätzlich vertikale Anpassung an den Sonnenstand

Tracker sind technisch aufwendiger, lohnen sich aber bei großen Solarparks durch den Mehrertrag.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Genehmigung und Flächennutzung

Freiflächenanlagen benötigen in der Regel eine Baugenehmigung und müssen im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Privilegiert förderfähig sind:

  • Flächen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken (200m-Streifen)
  • Konversionsflächen (ehemalige Militär- oder Industriegebiete)
  • Versiegelte Flächen
  • Benachteiligte Gebiete (in einigen Bundesländern)

Vergütung und Wirtschaftlichkeit

Für Anlagen bis 1 MWp gibt es eine feste Einspeisevergütung nach EEG. Größere Anlagen müssen an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen. Die Vergütungssätze liegen typischerweise zwischen 5 und 7 Cent/kWh (Stand 2025), was bei optimierter Planung wirtschaftliche Anlagen ermöglicht.

Planung und Vorbereitung

Bodengutachten als Grundlage

Vor Baubeginn ist ein Bodengutachten unverzichtbar. Dieses klärt:

  • Tragfähigkeit und Bodenbeschaffenheit
  • Grundwasserspiegel
  • Frosttiefe
  • Geeignete Fundamentart
  • Erforderliche Fundamenttiefen

Verschattungsanalyse

Auch auf Freiflächen gibt es Verschattungsquellen:

  • Gegenseitige Verschattung der Modulreihen
  • Bäume und Hecken am Grundstücksrand
  • Gebäude in der Umgebung
  • Topografie (Hügel, Mulden)

Eine professionelle Verschattungsanalyse optimiert die Anordnung und maximiert den Ertrag.

Elektrische Installation und Komponenten

Auch bei Freiflächenanlagen ist die ordnungsgemäße Erdung essentiell. Verwenden Sie Erdungskabel mit 10mm² Querschnitt für durchgehende Potentialausgleichsverbindungen.

Weitere wichtige Komponenten:

  • Wechselrichter (zentral oder dezentral als String-Wechselrichter)
  • DC- und AC-Verkabelung
  • Überspannungsschutz und Blitzschutz
  • Einspeisepunkt und Netzanschluss
  • Monitoring-System für Überwachung

Besondere Anforderungen bei Freiflächenanlagen

Einzäunung und Sicherheit

Freiflächenanlagen müssen eingezäunt werden zum Schutz vor:

  • Unbefugtem Zutritt
  • Vandalismus und Diebstahl
  • Wildtieren, die Kabel beschädigen könnten

Üblich sind Maschendrahtzäune mit 2m Höhe und Übersteigschutz.

Bewuchsmanagement

Die Fläche unter und zwischen den Modulen muss regelmäßig gepflegt werden:

  • Mahd 2-3 Mal pro Jahr
  • Alternativ: Beweidung mit Schafen (naturnahe, kostengünstige Lösung)
  • Vermeidung von Herbiziden (Umweltschutz)

Blendschutz

Bei Nähe zu Straßen oder Wohngebieten muss Blendwirkung vermieden werden durch:

  • Ausrichtung der Module
  • Sichtschutzpflanzungen
  • Abstand zur Straße

Ökologische Aspekte

Moderne Freiflächenanlagen können ökologisch wertvoll sein:

  • Extensive Bewirtschaftung fördert Artenvielfalt
  • Blühstreifen bieten Lebensraum für Insekten
  • Teilbeschattung schafft Mikroklima-Vielfalt
  • Keine Pestizide oder intensive Düngung

Viele Freiflächenanlagen werden heute als „Agri-PV“ konzipiert – die doppelte Nutzung für Landwirtschaft und Energieerzeugung.

Wartung und Betrieb

Freiflächenanlagen sind relativ wartungsarm:

  • Jährliche Sichtkontrollen
  • Modulreinigung bei Bedarf (meist durch Regen ausreichend)
  • Bewuchskontrolle und -pflege
  • Überprüfung der elektrischen Verbindungen
  • Funktionskontrolle der Wechselrichter

Die gute Zugänglichkeit macht Wartungsarbeiten deutlich einfacher als bei Dachanlagen.

Fazit: Freiflächen als Zukunft der Solarenergie

Freiflächenanlagen spielen eine zentrale Rolle bei der Energiewende. Sie bieten wirtschaftliche Stromerzeugung, sind technisch ausgereift und können ökologisch wertvoll gestaltet werden. Die einfachere Montage im Vergleich zu Dachanlagen und die Möglichkeit der optimalen Ausrichtung machen Solarparks zu einer attraktiven Investition.

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